Samstag, 13. Juni 2015

добро пожаловать!


St Petersburg

Nach einem etwas traurigen Abschied zu Hause ging es gestern morgen mit dem Flugzeug nach St. Petersburg. Bei der Ankunft bin ich etwas nervös, da ich schon länger nicht mehr in einem Land war, in dem ich erst durch die Visums- und Passkontrolle musste. Aber natürlich läuft alles gut, das grüne Licht blinkt und die Dame im Kontrollhäuschen winkt mich durch.
Mit einem kleinen Schild wartet am Ausgang dann Vera auf mich, die freundliche ältere Dame, bei der ich in St. Petersburg untergekommen wäre. Ich hätte sie fast übersehen, so klein ist sie.
Setzen wir uns erst einmal hin, Lisa, setzen wir uns hin, bittet sie mich, damit wir in Ruhe sprechen können. Viel verstehe ich nicht, aber das Wichtigste schon. Da ist es wieder, dieses unangeneheme Gefühl mich nicht ausreichend verständigen zu können, kein vernünftiges Gespräch führen zu können. Aber gut, dafür bin ich, unter anderem, hier.
Vera drückt mir noch schnell eine Banane in die Hand und wir ziehen also los, Richtung Moskauer Bahnhof, von dem in 4 Stunden mein Sapsan nach Moskau abfährt. Dort schließen wir meine Koffer ein, und machen uns zu Fuß auf den Weg, St. Petersburg wenigstens ein bisschen zu erkunden.
Wir essen Piroggen und trinken einen Tee, laufen den endlos langen und großen Newskii Prospekt hinunter. Sie zeigt mir beeindruckende Gebäude, Kirchen, Kaufhäuser. Schließlich den Ermitasch, der wirklich einfach wunderschön ist (siehe schlechtes Foto). Und nach diesem Rausch, diesen 3 Stunden, in denen ich gar nicht realisiere, wo ich eigentlich bin und was hier eigentlich vor sich geht, nehmen wir den Bus (der anscheinend in Deutschland ausrangiert wurde, das deutsche Haltewunsch-Knopf ist aber auch das einzige Indiz dafür) zurück zum Bahnhof. Als Vera mich vorm Sapsan verabschiedet, drückt sie mir noch eine Banane in die Hand, wünscht mir alles Gute, und ist so schnell wieder weg, wie sie auch da war, um mir in diesen 4 Stunden zu helfen, Gesellschaft zu leisten, ihre Stadt zu zeigen.

Moskau

Im Sapsan laufen 4 Stunden lang hauptsächlich Filmchen über Kaliningrad (zur Zeit reiner Zufall oder nicht, das lasse ich jetzt mal offen stehen). Ich rausche vorbei an einer wunderschönen Landschaft, deren Größe und Weite sich nur erahnen lässt. Ein wunderschöner See jagt den anderen, zwischendurch sehe ich einige Datschas oder verlassene Industriegebäude.
Als ich in Moskau ankomme, wartet bereits ein Taxifahrer auf mich, den Judith mir bestellt hat. Mit ihm und Scooter-Beschallung kurve ich ca. 25 Minuten durch Moskau by night und komme um Mitterbnacht endlich vor dem deutschen Dorf an. Judith empfängt mich darußen vor dem Haus mit einem russischen Freund und den Worten, ich hoffe du hast noch Hunger. Immer doch :) In der sehr gemütlichen Wohnung essen wir dann noch französische Spezialitäten, die eine andere eingeladene Freundin aus Genf mitgebracht hat, trinken Wein und spielen Activity. Zwischendurch spricht Judith mit einem Freund auf Russisch über die aktuelle Lage in Russland, das neue Gesetz für NGOs und die Krim. Ihr Freund vertritt diesbezüglich vollkommen den russichen Standpunkt. Ich bleibe still und versuche einfach zu verstehen -  für politische Gespräche reicht mein Russisch sowieso nicht annähernd. Um 3 Uhr geht es dann ins Bett.
Heute morgen nimmt mich Judith mit zu ihrer Arbeit zum DAAD. Zufällig finde ich dort noch eine Russische Tandempartnerin, die in 2 Wochen nach Dresden geht und unbedingt ihr Deutsch vorher verbessern will. Wir tauschen Telefonnummern aus (ich habe jetzt ein russische Nummer).
Danach treffen wir uns mit Judtihs deutscher Prakitkantin Jule, die in zwei Tage wieder nach Deutschland zurückgeht. Zusammen flanieren wir an der Moskwa entlang, vorbei am Präsidentenpalast bzw white house Vladimir Putins. Auf einem anliegenden Schiff essen wir zu Mittag, Nachtisch gibt es auf dem Arbat, einer wunderschönen und ruhigen Fußgängerzone, die besonders nach den wirklich stressigen großen Straßen eine Wahnsinnserholung ist :)

Und jetzt bin ich wieder im Deutschen Dorf, ein wirklich eigenartiger, aber schöner, Ort.
Meine ersten Eindrücke von Moskau:
alles ist riesig groß, überall hängen russische Flaggen oder patriotischer Straßenschmuck, es gibt viele uniformierte Menschen und an jeder Metrostation kleine Häuschen, in denen gelangweilte Leute sitzen und scheinbar nichts tun. Das Wetter in Moskau ist der Hammer! 30°! Überall gibt es Kontrolldurchgangsdinger wie am Flughafen, die aber keinen interessieren. Die meisten Leute sind sehr forsch. Was ich total lustig und irgendwie angenehm finde (fragt mich nicht, warum), ist dass die Leute wie selbstverständlich immer einfach weiterreden, auch wenn sie ganz genau merken, dass man nicht gerade gute Russischkenntnisse besitzt. Aber gut, sie reden einfach und lassen mich versuchen, in ihrer Sprache zu sprechen.
Kurzum, ich mag Moskau, es ist schon anders, wie und warum genau, das weiß ich noch nicht, aber ich werde es herausfinden :)

Grüße nach Hause!! :) <3

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