Montag, 15. Dezember 2014

Père Noel,déjeuner chez une amie et match de basket

Salut tout le monde!

Ich glaube das hier wird mein letzter Eintrag, bevor ich mich Freitag auf den Weg nach Hause mache. 
Die letzten Tage ohne Uni habe ich genutzt, um noch ein bisschen das französische savoir vivre auszukosten. Vor ein paar Tagen waren wir zum Beispiel abends mit ein paar Leuten bei einem Basketballspiel (was für mich völlig neu war, aber es hat sich gelohnt, wir haben brav Le Mans angefeuert). Samstag war ich dann bei meiner Esmeralda zum Mittagessen eingeladen,  und die Liebe hat sich ordentlich ins Zeug gelegt. Le déjeuner ist halt was ganz unglaublich Wichtiges für die Franzosen, es wird förmlich zelebriert. So gab es als Vorspeise einen Salat, als Hauptspeise Nudeln mit Forellen-Sahne-Sauce und als Nachspeise eine kleine warme Schokotarte mit weichem Kern und dazu Vanilleeis. Yummy!
Und auch wenn euch allen jetzt wahrscheinlich schon das Wasser im Mund zusammenfließt kommt das Highlight dieser Woche erst noch. Gestern war ich nämlich zusammen mit meinem chinesischen Gastbruder Yunfeng bei meiner Gastfamilie eingeladen - um Weihnachten zu feiern. Wir haben uns gedacht, weil Yunfeng und ich beide über die Feiertage nicht in Le Mans sind, feiern wir einfach vorher. Also trudelten wir gegen Mittag im kleinen Örtchen Ruaudin ein und starteten am  14. Dezember das Weihnachtsfest. Kulinarisch gesehen sah das ganze so aus: Apéritif (Cracker, TucTuc und mini Thunfischquiche) mit Champagner, dann Räucherlachs mit Brot, dann Ente mit Kartoffel und Salat, dann natürlich Käse mit Brot, dann Nachtisch (typisch Französisch "La Bûche de Noel", siehe Foto), und dann noch Kaffee und Tee und dazu Macarons und Schoki. PUH WAR ICH VOLL! Aber man muss dazu sagen, dass dies alles natürlich nicht innerhalb von einer Stunde verschlungen wird. Zwischendurch wechselt man vom Esstisch an die Sitzecke vor dem Kamin und wieder zurück, macht eine kleine Bescherung, unterhält sich prächtig und spielt Spiele, etc. Gegen 23 Uhr ging es dann aber auch ins Bett, weil Marie heute morgen zur Schule musste und ich bin mit ihr nach Le Mans gefahren und dann weiter auf die Farm. Jetzt stehen noch zwei Klausuren an und dann gehts ab nach Hus <3
Claude als Père Noel

Vorspeise (Bemerkung von Catherine für Yunfeng: der rote Stern steht nicht für Mao, sondern für Weihnachten)

La Bûche de Noel. Dieser Nachtisch wurde früher immer vor dem Essen gesegnet, damit man genug Feuerholz zum Heizen im Jahr hatte

Marie mit Père Noel


Yunfeng

unsere Krippe auf der Farm

Basketball

Esmeraldas Nachtisch

Esmeralda und ich :)



Freitag, 5. Dezember 2014

bald schon ist Weihnachten...

...kribbeln im Bauch, bald schon ist Weihnachten, freust du dich auch? 
Ich dachte ich melde mich hier mal wieder ganz offiziell. Heute war mein letzter regulärer Vorlesungstag, d.h. nächste Woche werden nur noch ausgefallene Kurse nachgeholt, danach Klausuren geschrieben, und dann ist das erste Frankreichsemester auch schon vorbei! Unglaublich, aber wahr!

In der letzten Zeit war ich sehr mit der Uni beschäftigt und jetzt heißt es "réviser" - lernen, lernen, lernen! Gleichzeitig habe ich aber auch relativ viel Zeit mit meiner französischen Gastfamilie verbracht. Mal verbringe ich ein, zwei Tage bei ihnen auf dem Land, manchmal unternehmen wir aber auch etwas, so waren wir zum Beispiel bei einem philosophischen Forum organisiert von "Le Monde" und haben uns dort, gemeinsam mit meinem chinesischen Gastbruder, den Film "La Promesse" angesehen! Vor kurzem waren wir auf einem Abendessen, zu dem die Organisation, die die Vermittlung der Familien initiiert, eingeladen hatte. Dort habe ich noch einmal gemerkt, wie dankbar ich für meine französische Gastfamilie sein kann! Von den ca. 40 Familien, die Studenten "aufgenommen" haben, sind nämlich nur ca. 2 normale Familien dabei! Die anderen nutzen die Organisation um sich zu profilieren und interessieren sich in Wirklichkeit gar nicht für die Studenten, die sie aufgenommen haben.

Letztes Wochenenden hatte ich tollerweise Besuch von Sabrina und Christian, mit denen ich eine wunderbare Zeit verbracht habe :) Wir waren auf dem Weihnachtsmarkt bummeln, haben die Stadt erkundet, haben Crêpes gegessen, haben Karten gespielt, gekocht, getanzt und waren Sonntag noch auf dem typisch französischen, all-sonntäglichen Markt.

Mittlerweile ist der Alltag wieder eingekehrt und damit sogar schon die Vorbereitung aufs zweite Semester, denn wir mussten schon einige Kurse für das nächste Jahr wählen. Ich hab jetzt mal Spanisch, Slacklining und Leichtathletik gewählt:) Außerdem habe ich erfahren, dass wir nächstes Semester fast ausschließlich BWL Kurse haben werden und da ne ganze Menge rechnen müssen. Man wird immer wieder überrascht in diesem Studium! :)

Ich freue mich sehr auf euch! Vom 19.-28. Dezember bin ich zu Hause :)
Genießt die Vorweihnachtszeit!

Montag, 3. November 2014

Vive les vacances!

Eine Woche Ferien!!!!!! ist jetzt leider auch schon wieder vorbei:(

Ich hatte eine wunderschöne Zeit, besonders weil Dieter zu Besuch gekommen ist. Wir haben zwei Tagesausflüge gemacht -  einen Tag waren wir in Rennes, einen in Paris -  und sonst die Umgebung hier erkundet. Wir waren spazieren, wandern, Kanu fahren und haben Crêpes mit Sprühsahne gegessen. Wir sind den Eifelturm hochgestiegen, haben uns die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und haben schlummernde Sprachkenntnisse geweckt (Dieter sein Französisch und ich beim Postkarten schreiben mein unglaublich fortgeschrittenes Spanisch). Wir haben Kartenspiele gespielt, getanzt, viel rumgesponnen und haben gelernt Zöpfe zu flechten.... Außerdem habe ich mich die ganze Woche unglaublich lecker bekochen lassen :):) Zwei Abende haben wir beide uns sogar bekochen lassen, zuerst von meiner franzsösichen Gastfamilie, bei der wir abends zum Essen eingeladen waren und bei der wir eine tolle Zeit verbracht haben, und danach von meiner lieben Julia, die uns nach einem langen Tag in Paris Coq au Vin gekocht hatte. Es gibt doch nichts wertvolleres als Menschen um sich herumzuhaben, die man liebt, und die dazu auch noch ausgezeichnet kochen können :):)


Ich freue mich unglaublich auf Weihnachten.
Hoffentlich geht es euch allen gut, un fuerte abrazo!

P.s.: Damit ich keinen Ärger bekommen soll dazu gesagt sein dass alle Bilder vom talentierten Fotografen meines Vertrauens gemacht wurden sind und unter strengem Copyright Schutz stehen! :)
Le Mans

Le Mans

Rennes (na, wer traut sich in so einem schiefen Haus zu wohnen?)

Kanu!

2te Etage des Tour Eiffel bestiegen :)

Romantik pur, ich weiß :)


Dienstag, 21. Oktober 2014

Lernkultur



[Ich entschuldige mich im Voraus für die Länge dieses Artikels, aber mit einer Tasse Kaffee lässt er sich vielleicht trotzdem ganz gut lesen]

Die französischen Studierenden haben zu nehmen. Sie haben zu nehmen – egal was man ihnen gibt. Und sie nehmen es, ohne einen Mucks der Widerrede von sich zu geben. Lernen à la francaise, das bedeutet apprendre = à prendre = zu nehmen [Für all jene Linguisten unter euch : nein, ich habe keine Ahnung woher das Wort apprendre kommt, aber dass das Wort „prendre“, also „nehmen“, darin steckt, ist mir jetzt ein willkommener Zufall.]

Die französische und die deutsche Kultur sind sich sehr ähnlich. Das habe ich bisher so gesehen. Was die Lernkultur angeht, finde ich allerdings immer mehr gravierende Unterschiede. Im französischen Notensystem gibt es keine Noten von 1-6, sondern es gibt Punkte von 1-20, wobei 20 natürlich das Optimum ist. Und eben deshalb, weil 20 Punkte Perfektion ausdrücken, werden diese hier aus Prinzip nicht verteilt. Man kann nicht perfekt sein, lautet die Devise, und das allein ist ja auch eine tolle Idee, die man heutzutage nur noch viel zu selten hört und verteidigt (und besonders eine Idee, die ich mir öfters mal zu Herzen nehmen muss).
Diese Idee hat hier aber eindeutig ihr Ziel verfehlt. Das, was die französische Universitätsmaschinerie produziert, sind eingeschüchterte Studierende, denen – zumindest was deren Wissen angeht – jede Art von Selbstvertrauen fehlt. Gründe dafür gibt es zahlreiche:

1. ein völlig unlogisches Notensystem
16/20 Punkten, das ist hier das Non-Plus-Ultra, das ist „excellent“, wie eine unserer Professorinnen uns letztlich erklärte. Im gleichen Atemzug legte sie uns Nahe, uns schon einmal auf weitaus schlechtere Ergebnisse einzustellen: Die Professoren seien angewiesen, die Noten zu drücken, da es zu viele Studenten in Frankreich gäbe, hieß es. Und die Franzosen seien schon über eine 10, d.h. bestanden, unglaublich glücklich.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das sind sie wirklich. Was in Deutschland als eine „4“ als wertlos gilt, ist in Frankreich der Hauptgewinn.

2. viel zu schwierige Kurse
Zu der Anweisung an die Dozenten, die Noten der Studierenden niedrig zu halten, gehört offensichtlich auch die Anweisung, übermäßig anspruchsvolle Kurse zu geben. In den meisten Kursen hier herrscht seitens der Franzosen blanke Überforderung. Die einzigen, die in den zahlreichen Seminaren zum Unterricht beitragen (können), sind wir. Erst dachte ich, vielleicht trauen sich die Franzosen durch unsere Beiträge nicht mehr, etwas zu sagen. Aber in Gesprächen fand ich heraus dass, würden wir nichts sagen, keiner im Seminar etwas sagen würden – außer natürlich dem Dozenten. Und damit kommen wir zum nächsten Punkt.

3. herablassende Dozenten
Der französische Dozent ist, auffallend häufig, eine Autoritätsperson, der keine Widerrede zu leisten ist, die Wissen diktiert und die keinen Austausch zwischen sich und den Studierenden erlaubt. Diese Hierarchie führt gelegentlich sogar dazu, dass Studierende beleidigt oder einfach respektlos behandelt werden. Diese schlucken das – natürlich.
Und weil sie dies alles schlucken, weil sie jeden Tag aufs Neue erfahren dass, egal wie viel sie tun, ihre Arbeit nie auch nur annähernd perfekt sein kann (auch 17, 18 oder 19/20 Punkten werden nie vergeben und existieren nur in der Theorie), weil ihre Fehler, wenn sie sich dann doch einmal trauen, etwas zu sagen, nicht hilfreich sondern herablassend korrigiert werden, haben sie auch keine Möglichkeit, sich zu verbessern. Nur wer Fehler macht kann lernen. Fehler sind hier aber unerwünscht - Perfektion ist dennoch unerreichbar.
Paradox ist das alles. Und undurchdacht und ineffektiv.

Samstag, 18. Oktober 2014

Besuch von Mama und Papa

Hallo ihr Lieben,
ich stehe grade kurz vor meinen Klausuren zur Semesterhälfte und lass deshalb auch nur ne kurze Nachricht da. Mama und Papa waren von Samstag bis Dienstag bei mir in Le Mans und wir hatten eine wunderbare Zeit.Wir waren unter anderem auf Entdeckungsreise durch Le Mans, haben uns den Circuit des 24 heures angeschaut (die Rennstrecke des berühmten 14 Stunden Rennens, oder zumindest einen Teil davon), haben lecker Französisch gegessen und getrunken und waren Sonntagmorgen auf dem schönen Markt, den ich ja auch mit Julia schon ein paar Mal besucht habe. Es war so schön ein bisschen Heimat hier zu haben:) Ach und ich hab Schnecken gegessen - war aber eigentlich ganz gut, die schmecken wie Pilze nur man muss ein kleines bisserl länger kauen:)
Ich drück euch, habt inen sehr guten Semesterstart, Schulstart nach den Herbstferien, eine wunderbare Sippentour (bei der ich gerne dabei gewesen wäre), oder einfach allgemein eine schöne Zeit:)
Bisous
Escargots (Schnecken)


Montag, 6. Oktober 2014

Entre ciel et terre... [Zwischen Himmel und Erde]


"[...] Quittant la baie et ses dangers,
Au pied des murs fortifiés,
La crainte nous avait quitté,
Nous étions en sécurité,
Nous voilà enfin sur le rocher,
Que les siècles ont immortalisé.

Il y a mille ans de cela,
L'archange commanda de sa voix,
Une chapelle que l'homme fera,
Car pour la grandeur des cieux,
Paix et sagesse vivent en ces lieux.

Le maçon ainsi commandé,
Façonna cette île déchirée
Par les vents et les marées
Pour devenir à tout jamais,
Un symbole et joyaux de beauté." (Mont St. Michel, entre ciel et terre)



[Mit dem Verlassen der Bucht und ihrer Gefahren hatte uns am Fuße der Festungsmauern auch die Angst verlassen, wir waren in Sicherheit, hier waren wir endlich auf dem Felsen, den die Jahrhunderte unsterblich gemacht haben.
Vor tausend Jahren befahl der Erzengel mit seiner Stimme eine Kapelle vom Menschen gebaut, und zu Ehren der Größe des Himmels leben nun Frieden und Weisheit an diesem Ort.
Der beauftragte Maurer gestaltete diese Insel zerrissen von Winden und Gezeiten, damit sie für alle Ewigkeit ein Symbol und Juwel der Schönheit werde.]


Wie aus einer anderen Welt erhebt sich eine Insel über das flache Land.Mont Saint Michel - eindeutig das schönste Fleckchen Erde auf der Welt. Es nimmt einen mit auf eine Reise durch enge, verwinkelte Gässchen, vorbei an versteckten, zugewachsenen Gärten. Ein Ort der Ruhe und Abgeschiedenheit, inmitten von Touristenrummel und Kommerz.Die Mönche und Nonnen, die in weiß-beigen Gewändern mit Kapuzen vor einem der vielen Altare knien, scheinen aus einer anderen Welt zu sein. Im Weihrauchdunst fällt das Sonnenlicht in prallen, funkelnden Strahlen durch die großen Fenster...

 






Kurze Zeit später sind wir erneut am Strand, erneut in einer Festung - dieses Mal ist alles weniger surreal verzaubert und hat doch seine eigene Magie. In Saint-Malo erkunden wir die Festungsstadt direkt am Meer, spazieren über die jahrhundertealten Festungsmauern und genießen nicht nur die salzige Meeresluft, sondern auch bretonische Spezialitäten: Crêpes mit salziger Caramelsauce und Gaufres mit Maronencrème. Dabei träumen wir davon, auf einer der vielen kleinen Inselchen liegen, weitab vom Touristenrummel und mit Blick auf die Festung Saint-Malo.




Donnerstag, 2. Oktober 2014

Anekdote am Nachmittag

"Herzlich Willkommen bei der Botschaft der russischen Föderation in Schermany" tönt es liebevoll sächselnd aus meinem Handy.....
Ich habe ein Praktikumszusage bei meinem Traumpraktikum: EU-Russland Dialog. Und des Tüpfelchen auf dem i, die "cerise sur le gâteau": ich werde 6 Wochen in St.Petersburg und 6 Wochen in Tallinn, Estland, sein!!!
Da ich für den Aufenthalt in Russland ein Visum benötige und dazu noch einige Fragen habe, habe ich bei der Auskunftnummer der Botschaft angerufen. Solltet ihr auch mal machen. Die gute Frau ist wirklich ein Highlight, ein Stück deutscher Geschichte dass eine Sächsin die Übersetzungsarbeit für die russiche Botschaft übernimmt:) Im ersten Moment dachte ich, ich würde mit Frau Merkel höchstpersönlich sprechen:) Naja, das war jetzt auch schon mit meiner Anekdote. Ende.

Montag, 22. September 2014

Woche der zufälligen Begegnungen

Begegnungen ist wahrscheinlich das Stichwort der letzten Woche. Begegnungen mit neuen Menschen, mit komischen und interessante, und Begegnungen mit neuen Wörtern, mit komischen und interessanten.
Fangen wir mit den Menschen an. Nach meiner Modern Jazz Stunde am Donnerstag bin ich mit einem Mädel ins Gespräch gekommen, die einem süßen, blinden Hasen hinterhergelaufen ist. Das war also der tierische Teil der Begegnung. Aber das Mädel war total lieb und wir haben bestimmt ne halbe Stunde gequakt - einfach so. Das war jetzt ne langweilige Geschichte für euch, aber ich mag zufällige nette Begegnungen:)
Weitere Begegnungen gab es bei der Erasmus Welcoming Party am Freitag Abend, bei der wir noch einmal eine Reihe neuer Leute kennenlernen konnten. Darunter zum Beispiel auch ein Franzose, der zwei Jahre in Passau studiert hat, und Vokabular wie Grüzi, Kruzefix in perfektem Dialekt beherrscht. Zusätzlich hat er eine Konditorschulung gemacht UND am nächsten Abend mit uns gekocht und eine Apfel-Crumble Tarte gebacken. Dazu gabs dreierlei Wein, Baguette und natürlich Fromage. Am selben Tag morgens standen gegen Mittag auf einmal 20 Erasmus Studenten vor unserer Tür, die für einen Brunch auf der Farm vorbeigekommen waren - davon wusste aber außer unserer Mitbewohnerin Laura, die eingeladen hatte, keiner etwas. Naja, war ja trotzdem nett.
                                                                        Erasmus Fete
                                                         Leben wie Gott in Frankreich...

                                              (P.s: ich esse da Apfelschalen und kaue NICHT Fingernägel;))
Die dritte und letzte Begegnung mit der ich euch belabern möchte war unter der Woche in der Stadt, beim Strumpfhosenkauf. Dort stellte sich heraus, dass die junge Verkäuferin aus Straßburg kommt, daher etwas Deutsch kann, und das gerne wieder auffrischen will. Deshalb haben wir mal Kontakte ausgetauscht. Fand ich lustig.

So. Wortbegegnungen. Die besten Wörter der letzten Woche waren "cousin" und "la puanteur".
"la puanteur": na, was könnte dies wohl bedeuten? Beim Vokabeln lernen versuchten Julia und ich uns, obwohl wir die tatsächliche Bedeutung kannten, zu überlegen, wonach sich das Wort anhört. Schließlich ist es vom Klang ja ganz angenehm. Wir kamen auf Blumenduft oder Nudelsuppe (Julias Ideen). Auflösung: es bedeutet: der Gestank.
"le cousin": dieses Wort hat diese Woche, bzw. heute, besondere Bedeutung aus zweierlei Gründen. Zunächst einmal hat mein bester Cousin nämlich heute Geburtstag und ich wünsche ihm einen zauberhaften Tag und einen schönen Abend mit der Familie (ich wäre gerne bei euch). Der oder die anderen Cousins, mit denen ich in dieser Woche hier in Frankreich zu tun hatte, sind ein bisschen nerviger als mein richtiger Cousin. Manchmal muss ich ihnen die Beine ausreißen, damit sie mein Zimmer verlassen. Aber eigentlich sind sie selber Schuld, denn sie verlieren ihre Beine nur, wenn sie sich wehren, während ich versuche, sie aus dem Fenster zu schmeißen.
Ich spreche hier natürlich von Schneidern, frz. cousins.

So das wars jetzt. Ich drücke euch, ihr fehlt mir! P.s.: Musiktipp "93 Million Miles" von Jason Mraz



Dienstag, 16. September 2014

Vive l'Europe!

Europa ist schon ne klasse Idee gewesen - wer auch immer sie jetzt zuerst hatte, der abbé Saint-Pierre, Rousseau, Kant, Briand und Stresemann, Churchhill...Von meinen Unterrichtsinhalten her schwebe ich grade in einer Blase der Begeisterung für die europäische Idee. Man könnte meinen, dass kein Mensch substantielle Kritik an dieser Idee üben kann. Und dann liest man auf SpiegelOnline vom Erfolg der AfD in zwei weiteren deutschen Bundesländern. Und dann wird man sich darüber bewusst, dass man in einem Land studiert, in dem mehr als ein Fünftel der Menschen rechtsextrem wählen. Und dann platzt die Blase.

Ich will euch gar nicht vollabern. Ich bin schon lange begeisterte Europäerin, und je mehr ich über die Entstehung dieser Union erfahre, desto mehr wächst meine Begeisterung und meine feste Überzeugung, diese Idee zu verteidigen. Kurz: ich glaube, ich habe mich für das richtige Studienfach entschieden. Deshalb freue ich mich sehr, auf all das, was ich in der nächsten Zeit noch lernen werde. Und es wird viel sein. Das weiß ich jetzt schon. Denn nach nichtmal 2 Wochen fac bin ich schon sehr gut beschäftigt mit allen möglichen Dingen: gefühlte 100 Vokabeln pro Kurs lernen, Vorträge vorbereiten, eine Hausarbeit + Vortrag vorbereiten. Und ja ich war noch so schlau und habe mir heute noch eine freiwilligen Vortrag selber aufgehalst. Aber das Thema interessiert mich. Und in Zukunft werde ich lernen müssen nicht mehr als unbedingt nötig zu machen - sonst wird das hier nix mit "la vie en rose".

In meinem Kopf herrscht ein totales Durcheinander von Deutsch, Englisch und Französisch, da wir Kurse und Vorlesungen in allen 3 Sprachen haben und teilweise von der einen in die andere Fremdsprache übersetzen müssen. Am nervigsten ist allerdings der griechische Akzent, der seit meiner Rechtsvorlesung letzte Woche in meinem Kopf herumschwirrt: selbst die Franzosen konnten den guten Mann nicht verstehen - wie sollen wir das dann bitte schaffen, geschweige denn uns 3 Stunden Notizen zu Europäischen Institutionen machen? Naja, das Problem hat sich schon von selber gelöst-wir bekommen aufgrund von Stundenplanänderungen jetzt einen neuen Rechtskurs mit einer jungen Französin, wie uns gesagt wurde.

Heute habe ich noch ein paar Praktikumsbewerbungen abgeschickt - drückt mir die Daumen :)

Mittwoch, 10. September 2014

Leben auf der Farm.

Das Bild von meinem Frühstück heute morgen wollte ich euch nicht vorenthalten:)
Ich sag nur Sommer, Sonne, Garten und Ruhe.Ich schick euch ein paar Strahlen vorbei :)

Bonjour la fac!

Heute ist Mittwoch. Seit 3 Tagen gehe ich zur französischen Uni. Französische Vorlesungen bisher: 0!

Kein Witz! Bisher hatte ich zwar schon ein paar Seminare auf Französisch, aber die Vorlesungen, die auf Französisch HÄTTEN SEIN KÖNNEN, waren auf Deutsch. Begründung: die Franzosen, die darin sitzen, sollen Deutsch lernen. Die Sache ist nur die: die Franzosen verstehen leider so gut wie nix und wir lernen, zumindest sprachlich gesehen, nix. Am Ende profitiert also keiner. Schade. Ich hoffe, die nächsten Tage werden mich noch mit einer französischen Vorlesung überraschen...
Ansonsten bin ich aber von der Themen der meisten Kurse sehr angetan und habe endlich mal das Gefühl, auf jeden Fall das richtige Studium gewählt zu haben. Es gibt einen Kurs zu den Beziehungen der EU Nationen untereinander, aber auch einen der EU zu den USA und einen zu den philosophischen Strömungen, die es in den letzten zwei Jahrhunderten so gab in Europa (wobei der Kurs heute echt "nul" war, aber ich hoffe das war nur die Einleitung, um einen geschichtichen Hintergrund zu haben).

Allgemein ist die "fac", also die Uni auf jeden Fall viel verschulter als in Deutschland. Nicht nur was die Stundenpläne und den Kursaufbau angeht, sondern auch was die Leute angeht. Die meisten Studenten benehmen sich eher wie High School Schüler. Ganz zentrale Themen für die meisten Studentinnen hier: Shopping, Kino und Jungs. Komisch komisch.
Außerdem scheinen die meisten keine Ahnung zu haben, wie man sich Stichpunkte macht. In Vorlesungen schreiben sie sich ganze Geschichten auf -  und manche Dozenten nehmen darauf Rücksicht und sprechen deshalb extra langsam. Im Falle der EU-USA Beziehungen Dozentin mit schrecklich unverständlichem, griechischen Akzent wird das Zuhören dadurch nur noch schwerer:P

Sonntag, 7. September 2014

Bonjour l'été!

Hallihallohallöle.
Dieses Wochenende konnten wir noch die Ruhe vor dem Sturm genießen.

Freitag:Julia und mir ist Freitag Abend bei einem Treffen mit ca. 30 anderen Erasmus-Studenten wieder einmal klar geworden, dass wir definitv keine Herdentiere sind (hiermit verweise ich für genauere Erzählungen mal an Julias Blog, in der Hoffnung, keine Copyright Rechte zu verletzen:) http://lafrance-moinonplus.blogspot.de/).

Samstag:Gestern haben wir einen wunderschönen entspannten Sommertag gehabt. Sowieso habe ich vielleicht bisher vergessen zu erwähnen, dass wir hier in Le Mans seit wir hier sind mehr Sommer gehabt haben, als zuvor in diesem Jahr. Jeden Tag strahlt mir die Sonne schon morgens durch mein süßes Fenster entgegen - da steht man doch viel lieber auf. Außerdem haben wir durchgängig gefühlte 25-30 Grad. Den lauen Sommerabend haben wir dann genutzt, um mit Lucie und Caroline, zwei Französinnen, in der Stadt was zu essen und zu trinken. Dabei haben wir wieder viele interessante französische Wörter gelernt und konnten die Stadt auch einmal mit "Einheimischen" erkunden.

Sonntag: Sonntag ist Markttag. Über den Markt vor der riesigen Kathedrale von Le Mans sind wir letzten Sonntag schon voller Begeisterung geschlendert. Da die Preise für Lebensmittel hier wirklich enorm sind, haben wir dann auch gleich einen Vergleich der Markt- mit den Supermarktpreisen gemacht und siehe da: Obst und Gemüse sind auf dem Markt tatsächlich nicht nur leckerer und umweltbewusster, sondern auch billiger! Um den Wocheneinkauf an Obst und Gemüse überhaupt transportieren zu können, haben wir uns dann direkt auf dem Markt auch schöne Körbe gekauft -  die Plastiktüten, die man hier bekommt, sind nicht nur schnell gerissen, sondern auch unhandlich und unnötig umweltverschmutzend. Kleines Quiz am Rande: welcher Korb ist wohl von mir...?


Gegen Mittag ging es dann auf einen großen Trödelmarkt, wo ich mich nach einem Fahrrad umgesehen habe. Leider waren alle guten Räder schon weggeschnappt und aufgrund der knallenden Sonne haben wir uns dann auch bald auf den Heimweg gemacht.

Jetzt genieße ich noch den entspannten Rest des Tages und bereite mich seelisch auf den Sturm morgen vor. Einen Stundenplan haben wir schon und ich bin wirklich sehr gespannt auf meine Kurse und die Leute darin :)

Habt eine schöne Woche ihr Lieben!

Dienstag, 2. September 2014

Kiffer, [Schiss] und Pommes

Bonjour tout le monde. Résumé der letzten Tage: Französische Sprache: schwere Sprache!

Diese Woche findet ein obligatorischer Französisch-Intensivkurs statt. Die bisher wohl interessanteste Stunde hatten wir heute - es ging um "verlan", einen Jargon der französischen Sprache bei dem eine Art Geheimsprache konstruiert wird, indem die Silben diverser Wörter umgedreht werden. Zumindest ist das meistens der Ursprung. So benutzen besonders junge Leute statt "femme" das verlan-Wort "meuf" (fem-me wird zu mefem wird zu meuf....so ungefähr:D). Mein Lieblingswort ist allerdings "kiffer", das bedeutet mögen, lieben und ist arabischen Ursprungs. Je te kiffe heißt also nicht ich kiffe dich, sondern ich mag/liebe dich. Die Franzosen...

Eine weitere sprachliche Exkursion der letzten Tage machten Julia und ich zu Mcces. Dort fanden wir heraus, dass man in Frankreich keinen Cheeseburger bestellt (der Mcces Verkäufer hat mich bei dem Wort angeguckt als wäre ich vom Mond, und einen solchen Blick einem Mcces Mitarbeiter bei der Frage nach einem Cheeseburger zu entlocken, das muss man erstmal schaffen).  Stattdessen sagt man ganz cool: Je voudrais un "Schiss" - natürlich Cheese geschrieben, es geht hier um die Aussprache :) Wenn der Cheeseburger dann auch noch schmeckt, dann sagt man als Französin von Welt "Je kiffe le Schiss".

Und zu allem Überfluss hat Julia gestern ganz erstaunt eine Quittung über Pommes in ihrer Tasche gefunden. Wortlaut: "HÄ, wann hab ich mir denn Pommes gekauft???!" Bis dann die Erleuchtung kam, dass "Pommes" nicht Pommes Frites sondern Äpfel sind.

So, genug Sprachgewusel für heute. Je vous kiffe!



Sonntag, 31. August 2014

Mein Zimmerchen auf der Ferme







Bonjour la Ferme.

 Nach einigem Suchen und Herumfragen bin ich gestern Nachmittag auf der Petite Ferme angekommen - und die ist wirklich seeeehr versteckt und sozusagen mitten auf dem Uni Campus. Im Winter wird es hier sicherlich kalt, aber ich habe immerhin das kleinste und schnuckeligste Zimmer. Heute waren wir schon auf nem riesigen Markt, auf dem Bio Obst und Gemüse billiger waren als im Supermarkt :) heute Abend noch Nuit de Chimères und morgen Anmeldung in der Uni, Konto aufmachen, französische Handynummer zulegen etc. Ich werde berichten:) Ach und wenn ich das noch hinkriege kommen noch Fotos:)

Donnerstag, 28. August 2014

Ich packe meinen Koffer...

...und nehme mit: den größten Koffer, den ich finden konnte - bis oben hin voll mit allerlei Dingen, die man für ein Auslandsstudium halt so gebrauchen könnte:) Außerdem habe ich Aufregung und Unsicherheit im Gepäck, aber sicherlich auch Freude auf das Unbekannte, neue Leute und Erfahrungen. Mehr habe ich jetzt noch nicht zu sagen. Am Samstag geht es los. Ich lasse von mir hören, ihr aber bitte auch von euch!

Ein Hoch auf das Leben. Vive la vie. Vive l'aventure.