Montag, 27. Juli 2015
Tere Tallinn!
Unglaublich frische, saubere Luft, nach der man süchtig werden kann, Kopfsteinpflaster, süße Villa Kunterbunten, modernste Architektur und graue Sowjetbauten, Trolleybusse, Möwengeschrei, alles zu Fuß erreichbar, alte Stadtmauern, süßes Estnisch und vertrautes Russisch, Mittelalterflair und deftige Küche, Meer! - Hallo Tallinn, Tere Tallinn.
Sonntag, 26. Juli 2015
Fazit: 6 Wochen Moskau, 6 Wochen Brücken bauen
Das erste Mal in Russland, das erste Mal in Moskau, das erste Mal Praktikum in einer großen deutschen Stiftung. In meinen letzten 6 Wochen habe ich viele ganz neue Erfahrungen gemacht, viele neue Leute kennengelernt, Freundschaften geschlossen. Mir ist bewusst geworden, wie mächtig Kultur ist, wie belebend und natürlich Vielfalt doch ist, wie wunderbar friedlich man übereinstimmen kann, nicht übereinzustimmen, und wie das alles auch ganz schön frustrierend sein kann.
Aber der Reihe nach.
Russland. Unvorstellbar groß ist dieses Land. Drei seiner Städte habe ich mehr oder weniger gesehen, die allesamt Touristenmagnete sind: Sankt-Petersburg, Suzdal, Moskau. Ist es mir da überhaupt möglich, mir ein Bild des Landes zu machen? Moskau ist nicht Russland, sagt man, Sankt-Petersburg ist europäisch und Suzdal? An Suzdal ist die Moderne mehr oder weniger vorbeigelaufen, hier erlebt man das wahre Russland, wie es schon immer gewesen ist, sagen die Reiseführer. Das stimmt wahrscheinlich insofern, als es hier ländlicher ist, abgeschiedener. Alles ist irgendwie kaputt, die Straßen sind holprig, die bunte Farbe der kleinen Holzhäuschen blättert schon ab, überall laufen wilde Hunde in Rudeln herum. Der wilde Charme, die Einfachheit fasziniert mich, erweckt in mir romantische Vorstellungen von Autonomie, Abgeschiedenheit, Idylle.
Moskau. 12,x Millionen Einwohner, die größte Stadt Europas. Fast ein Zehntel der russischen Bevölkerung lebt in Moskau. Bemerkbar macht sich das morgens in der Metro, in der ich morgens um 9 nicht einmal ein Gesicht zweimal gesehen habe. Moskau pulsiert, immer ist etwas los, vor 1 Uhr nachts war ich hier seltenst im Bett. Ich kenne keine Stadt, die einen vergleichbaren Eindruck auf mich gemacht hat. Der Mix aus zaristischer, sowjetischer und moderner Architektur wirkt hier nicht wie ein unpassend zusammengesetzter Flickenteppich, sondern er spiegelt die Identität der Moskoviten wider. Bettelnd in einem Metrodurchgang trauern die einen der Sowjetunion hinterher, in der es ihnen viel besser ging, als heute, seit der Öffnung Russlands. Die anderen, meist die jungen Moskoviten, kennen diese Union nur noch aus Erzählungen der Eltern und Großeltern. Sie reisen viel, lernen Fremdsprachen aus Ländern jeder Ecke der Welt, informieren sich über aktuelle Geschehnisse in internationalen Medien, sind über facebook, Instagram, youtube und vkontakte vernetzt. Auf die Frage ‚Ist Russland für dich eher ein europäisches, oder ein asiatisches Land’ antworten viele mit weder noch. Russland geht einen Sonderweg, ist anders als alle anderen, mit keinem Land vergleichbar. Darauf ist man hier stolz, auf diese Unabhängigkeit von rolemodels. Man geht seinen eigenen Weg, man öffnet sich, ohne beim ständigen Werteverfall des Westens mitzuziehen. Traditionelle Werte wie Ehe, Familie und Vaterlandsliebe werden mit Inbrunst verteidigt – von durchweg allen Generationen. Wenn dann der Supreme Court in den USA die Homo-Ehe landesweit legalisiert, fühlt man sich in seinem eigenen Weg nochmal bestätigt. Russland will Gegenpol sein zu einer Weltmacht, die, um ihre Werte in die entlegensten Ecken der Welt zu verbreiten, auch unerlaubt in souveräne Staaten einmarschiert. Davon kann man halten, was man will (und vor allem kann man da Russland auch den Spiegel vorhalten), aber es lässt mich den russischen Stolz aufs eigene Land besser nachvollziehen. Wer will schon nicht der Gute sein, der dem Bösen, Machtbesessenen Einhalt gebietet. Das hat Russland schon einmal gemacht, z.B. 1945, und das macht Russland weiterhin, bzw. man versucht es. Aber wie entscheidet man, wer oder was gut oder böse ist? Wer entscheidet das? Hier in Russland ist mir nochmal bewusster geworden, dass das alles nur eine Frage der Perspektive ist. Dass die Menschen hier sich selber, bzw. auch die Politik ihres Landes als gut, als notwendig, als gerechtfertigt ansehen. Aus westlicher Perspektive ist sie das nicht, genauso wenig wie die westliche Politik aus russischer Perspektive richtig ist.
Eine der Grundideen der Demokratie ist doch, dass die gewählten Vertreter die Interessen des Volkes, ihrer Wähler, repräsentieren. Umfragen hier zeigen, dass ca. 80% der Russen die Politik Putins befürworten. Gleichzeitig sind Menschenrechte und politische Beteiligung nur für einen sehr geringen Prozentsatz der russischen Bevölkerung von Bedeutung. Wie kann der Westen sich es dann also erlauben, hierher zukommen und das System nach seinen eigenen Vorstellungen umkrempeln zu wollen? Diese Frage ist ganz bewusst provokativ gestellt, weil man sie im Westen häufig einfach gar nicht stellt. In unserem Kulturkreis finden wir die Forderung nach den, von uns als definierten globalen, Menschenrechten natürlich. Ein gutes Leben ohne diese Rechte kann man sich beispielsweise in Deutschland kaum vorstellen (dabei sind auch in Deutschland noch lange nicht alle Menschenrechte erfüllt). Hier ist das anders. Das liegt sicherlich auch an der aktuellen Staatsführung, die jegliche Oppositionsbewegungen sofort unterdrücken zu versucht, die eine freie Meinungsbildung nicht erlaubt. Aber das liegt auch an der russischen Geschichte, an den russischen Traditionen, an der russischen Kultur. Kultur ist kostbar, das wissen wir alle. Also geben wir doch dieser Kultur die Möglichkeit, ihren eigenen Weg zu finden, ihre eigenen Vorstellungen eines guten Lebens zu verwirklichen.
Praktikum. Wenn ich so denke, wie konnte ich dann in einer westlichen Stiftung ein Praktikum absolvieren, könnte man jetzt sicherlich fragen. Entgegen meiner Erwartungen kann ich rückblickend (dank meiner Praktikumserfahrungen) sagen, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung in Moskau „nichts weiter tut“, als einen Dialog zu führen. Nicht einmal während meiner Gespräche mit den Mitarbeitern oder Veranstaltungsteilnehmern hatte ich das Gefühl, dass man als Moralprediger auftritt (Ausnahme war nur in einem Fall das Verhalten der Chefin). Jede Veranstaltung, an deren Organisation oder Durchführung ich teilgenommen habe, war ein Dialogprogramm. Jeder Teilnehmer war freiwillig da, die russischen Teilnehmer sogar in dem Bewusstsein, dass ihre Teilnahme sich auf eine mögliche Karriere in Russland sehr negativ auswirken kann. Einige Veranstaltungen boten einfach eine Möglichkeit für russische Studenten, ihren Standpunkt zu erläutern, ohne dass dieser von deutscher Seite kommentiert wurde. Am Anfang war ich sehr überrascht darüber, fragte mich teilweise, ob die Projektleiter kein Veranstaltungsziel, keine Message für die Teilnehmer hatte. Unter Message stellt ich mir dabei die Betonung von demokratischen Werten und Menschenrechten vor. Mit der Zeit wurde mir aber bewusst, dass in der Stiftungsarbeit, zumindest bei der KAS Moskau, tatsächlich der altbekannte Weg das Ziel ist. Es ging nicht um Moralpredigten oder Aufrufe zu Widerstand o.ä. gegen das Putin-Regime. Es ging darum, dass die Veranstaltungsteilnehmer sich ihre eigene Meinung bilden. Dass sie Raum für Diskussionen haben, für Überlegungen, für Austausch. Mittendrin in diesem Austausch habe ich einige tolle Menschen kennengelernt.
Begegnungen. Im Praktikumsbüro ist mir besonders Gayane ans Herz gewachsen – eine spritzige und fürsorgliche, stolze Armenierin, die es sich irgendwann zur Aufgabe gemacht hat, mir die Stadt zu zeigen und bei allen Problemen des Alltags zu helfen. Die Chefin Frau Crawford hat mich mit ihrer Einstellung gegenüber Praktikanten sehr beeindruckt. Auch wenn sie in der Bürohierarchie am höchsten steht und damit am weitesten entfernt von uns Praktikanten, ist sie uns doch immer auf Augenhöhe begegnet und hat unsere Arbeit sehr ernst genommen und geschätzt. Christina, der jüngsten Mitarbeiterin des Büros, bin ich nicht nur für jede Aufgabe dankbar, die sie an mich weitergeleitet hat (wenn ich gerade in einer Dürreperiode gelangweilt an meinem Schreibtisch saß), sondern auch für ihre ständigen und oft sehr überraschen Wechsel der Konversationssprache ins Russische – so, als ob es selbstverständlich wäre, mit mir Russisch zu sprechen. Außerdem war sie stets überraschend ehrlich zu mir, wenn ich sie zu ihrer eigentlichen, privaten Meinung zu allen möglichen Themen im Kontext der aktuellen Spannungen zwischen der EU und Russland oder zur Stiftungsarbeit befragte. Neben meinen Co-Praktikanten Dima, mit dem ich Moskau nochmal ganz anders erkunden konnte, gehörte sie zu den wenigen Russen, denen ich auch die brenzligsten Fragen zur russischen Politik und Kultur ohne Scheu stellen konnte.
Dank des Praktikums hatte ich die Möglichkeit, eine ganze Reihe von jungen russischen Studenten kennenzulernen, die ich dann alle meiner Fragenflut ausgesetzt habe. Am wackersten gehalten hat sich dabei Grigory, „der Staatenlose“, mit dem ich alle Fragen und Meinungen zur politischen Situation in Russland und der EU auf Englisch, Deutsch, oder ein wenig auch auf Russisch, diskutieren konnte.
Aber nicht immer muss es um die Weltrettung gehen, das Leben dreht sich halt nicht nur um Politik, sondern, viel wichtiger, um Menschlichkeit. Mensch sein, viel Lachen, Spaß haben, Russisch und Deutsch sprechen, Moskau erkunden und Freundschaft genießen konnte ich vor allem mit meiner lieben, begabten Yulia, ihrer so herzlichen und schönen Mutter Venera und natürlich mit meiner Judith, aus der die Lebensfreude und Menschlichkeit nur so sprüht. Judith ist eine Brückenbauerin - sie zimmert durchgehend eifrig an einer Brücke, die zur Zeit zusammenzubrechen droht: die Brücke zwischen Deutschland und Russland. Dabei sind Brücken so etwas Tolles, wer will schon ständig nur am eigenen Ufer stehen und die Menschen auf der anderen Seite nur aus der Ferne beobachten?
Und so hat Judith es auch in meinem Fall geschafft, eine prachtvolle Brücke zu bauen, über die ganze viele tolle Menschen gehen können, um sich kennenzulernen, Spaß zu haben, Freundschaften zu schließen. Wie sagte Thomas, ein deutscher Sportjournalist, während eines Abendessens mit Yulia, Judith, Venera und mir noch gleich? „Die deutsch-russische Freundschaft existiert doch gar nicht mehr!“ - „Doch“, entgegnete Judith bestimmt und zeigte auf Yulia und mich, „sie sitzt vor dir“.
Mittwoch, 22. Juli 2015
meine letzten Tage in Moskau in Bildern...
Die letzten Tage in Moskau waren ereignisreich und aufregend - ich versuche soviel wie möglich noch in mich aufzusaugen, bevor ich am Samstag nach Estland fliege. Daher hier eine kleine Bildzusammenstellung der letzten Tage. Ich finde, die Bilder zeigen sehr gut, dass Moskau eine Stadt zwischen Moderne, Sowjetunion und Tsarenreich ist.........die Mischung ist nicht nur interessant, sondern auch sehr beeindruckend und wunderschön. Seht selbst.
Donnerstag, 16. Juli 2015
Kennenlernkultur
„Entschuldigung,
darf ich Sie kennenlernen?“ tritt inmitten der Alexandrowski Gärten ein junger, im Anzug gekleideter Mann an mich
heran. Ich bin gerade mit Gayane, unserer Sekretärin, unterwegs und völlig überrascht davon, so willkürlich
angesprochen zu werden. „Ich möchte Sie kennenlernen. Darf ich Ihren Namen
erfahren?“ insistiert er. Völlig verdutzt lehne
ich ab, doch mein Nein wird nicht akzeptiert. Warum ich ihn nicht
treffen wolle?, möchte er wissen. Ob ich kein Russisch verstünde, wendet er sich
an Gayane. Zum Glück erlöst uns Dima, mein deutsch-russischer Co-Praktikant,
aus der unangenehmen Situation, indem er sich zu uns gesellt und dem jungen
Mann verständlich macht, dass ich wirklich kein Interesse habe*.
Für mich war diese
Anmache plump, komisch und unangenehm, auch wenn der Mann die ganze Zeit über
sehr höflich geblieben ist. Für russische Frauen, so erklärt mir Dima, völlig
normal, ja wird sogar so erwartet, gewünscht. Mein Fehler war wohl, dass ich
mein Nein nicht entschieden genug gesagt habe, mich nicht umgedreht habe und
weggegangen bin. Wenn Frau hier in einer solchen Situation lächelnd und
verwirrt dreinschauend Nein sagt, dann ist das so gut wie ein ja.
Was ist das für
eine Kennenlernkultur, wie verhalten sich Männer und Frauen hier auf
Partnersuche?
Zunächst einmal fällt
mir auf, dass man hier in Moskau als Frau – egal, wo man ist – „auf dem Markt“
ist. Ob ich mit Gayane und Dima durch die Moskauer Innenstadt schlendere,
einkaufen gehen, in der Metro bin, überall ist es völlig normal, angesprochen
zu werden. Ich persönlich empfinde das als einen Angriff auf meine Privatsphäre.
Wenn ich jemand kennenlernen wolle würde, dann würde ich dorthin gehen, wo man
eben Leute kennenlernt. Das hängt sicherlich auch mit der
deutschen/europäischen Praxis zusammen sich schick zu machen, wenn man ausgeht
und Leute trifft. Im Alltag läuft man dagegen gemütlich rum, kleidet sich in Jeans,
T-shirt und Sneakers, möchte mehr oder weniger unter sich bleiben. Man muss
keinen Eindruck machen.
Hier, zumindest
gilt das in jedem Fall für Moskau, ist jeder noch so langweilige und stinknormale Tag eine neue Gelegenheit
für Frauen, sich besonders schick zu machen, aufzufallen: mit möglichst hohen
Schuhen, Kleid oder Rock und dem passenden Make-up ist das Moskauer
Alltagsoutfit perfekt. Wenn eine Frau dann angesprochen wird, ist das für sie
ein großes Kompliment. Sie gibt sich bescheiden, spricht leise und lächelt
leicht, lehnt das Angebot ab. Das gehört sich so, für eine junge Frau mit Anstand. Nach mehrmaligem insistieren seitens des Mannes kommt es dann zu einem Treffen. Und hier wird es nochmal interessant, denn das Idealbild der russischen Frau ist doch ganz schön anders als das, der europäischen/deutschen. Wunderschön sein reicht auch in Russland nicht, um die Herzen der Männer zu erweichen. Klug muss man sein, ein Familienmensch, Berufstätig und, am wichtigsten, schwach. Zumindest muss man so tun. Wer sich also im Dunkeln nicht nach Hause bringen lässt, seine Restaurantrechnung alleine zahlt, oder seine Tasche alleine schleppt, der ist nicht begehrenswürdig. Schließlich muss der Mann der Beschützer sein, stark und furchtlos, mit einer wunderschönen, schwachen Frau an seiner Seite. Böse Zungen würden sagen, Mann und Frau puschen sich mit diesem Verhalten gegenseitig ihr Ego auf...Aber das ist jetzt mein europäischer Standpunkt, den die russischen Damen sicherlich auch verwerflich fänden.
Kurz und knapp gesagt sind die Geschlechterrollen hier noch sehr traditionell verteilt - und Homosexualität ist natürlich ein Tabu-Thema. Geheiratet wird früh, zwischen Mann und Frau, nicht selten bereits dann, wenn man ein halbes oder 1 Jahr zusammen gewesen ist. Die Russen sind also traditionelle Romantiker, was die Liebe angeht.
"Es hätte auch gut sein können, dass er dir ein Gedicht aufsagt", sagt mir Dima noch, nachdem er mir erklärt hat, wie die ur-russischen, traditionellen Kennenlernmethoden noch heute angewandt werden.
*andere Formulierungsvariante:
Entschlossenen Schrittes kommt Dima, der die Situation von weitem beobachtet hat, zu uns. „Dobre den“ begrüßt er den
Anzugträger mit tiefer Stimme. „Entschuldigen Sie, ist das Ihre Dame?“ wendet sich
letzterer überrascht an Dima. Mit einem bestimmten „Ja“ rettet mich Dima aus
der heiklen Situation. Plötzlich galoppiert ein weißes Pferd heran, beherzt
hilft mir Dima aufzusteigen und wir reiten gemeinsam gen Kreml, hinter dem die
rote Abendsonne gerade versinkt.
(Wer den Text
aufmerksam gelesen hat kann sich denken, wer diese Variante vorgeschlagen hat)
P.s.: Im Kreml wartet dann der edle Prinz Dieter von Wolfensburg auf mich, zu dem mich Dima sicher geleitet :):)
Mittwoch, 15. Juli 2015
Auf den Spuren der Macht
Hier beginnt der Einflussbereich Wladimir Putins und erstreckt sich bis in Gebiete, in denen der "Westen" die Finger Putins nicht im Spiel sehen möchte. Für 500 Rubel kann sich ein jeder Besucher Moskaus von dieser Machtzentrale ein eigenes Bild machen - und es ist ein schönes Bild, das sich da vor unseren Augen erstreckt. Kleine und große, goldene Zwiebeltürme ragen überall hervor. Bei all den wunderschönen Kirchenbauten weiß man mal wieder nicht, wo man zuerst hingucken soll. 7 Kirchen und Cathedralen stehen im inneren der zinnoberoten Kremlmauern. Die Nähe zwischen orthodoxer Kirche und Staat wird hier ganz öffentlich zelebriert. Abgesehen vom Kirchenplatz und einem fein säuberlich angelegten Garten darf man aber nicht besonders viele Ecken des Kremlinneren betreten. Fast regelmäßig erklingt das verwarnende Getriller der Trillerpfeifen, weil irgendjemand einen Schritt zu weit gesetzt hat oder sich sonst irgendwie unerlaubt verhält. Abgesperrt ist dennoch nichts. Dort, wo niemand laufen darf, steht ein RussiaToday Bus einsam und verlassen auf einem riesigen Platz. Dahinter befinden sich die Gebäude Putins - der Präsidentensitz. Wahrscheinlich wird er gerade von irgendeinem RussiaToday Journalisten interviewt und gibt, wie immer, den starken Mann, der Russland wieder zu einem großen Land machen wird.
Wir verlasen derweil den Kreml, der dem Anschein nach ganz frei war, von jeglichem politischen Geschehen - so anders, als ich es vom Präsidentensitz der Russischen Föderation erwartet hätte.
Samstag, 11. Juli 2015
Sowjetfeeling im WDNH, Minions im Moskauer Nachtleben und ....Puschkin Museum
Spätetestens wenn man dann allerdings die Flagge Abchasiens an einer temporären Ausstellung wehen sieht und vor dem Eingang um Spenden für die Kinder im Donbass/in Neurussland gesammelt werden wird man prompt aus dem sowjetischen Traum von Völkerfreundschaft gerissen und steht wieder vor den allzu aktuellen Konflikten zwischen Russland und "dem Westen"....Könnte man doch nur ewig vor dem Brunnen der Völkerfreundschaft stehen bleiben...
Abends stürzten Dima, der neue Praktikant, und ich uns dann ins Moskauer Nachtleben. Nach einer sehr amüsanten Minionparty im Barbados ging es ins Gipsy, einen Club, der sich auf einer riesigen Dachterasse direkt an der Moskwa befindet. Besonders eindrucksvoll war, dass es schon um halb 4 hell wurde. Weniger toll war dann, dass die Metro erst ab kurz vor 6 wieder fuhr....
Nach viel zu wenig Schlaf stand dann Samstags ein Besuch des Puschkin Museums gemeinsam mit unserer armenischen Kollegin Gayane, die man einfach gern haben muss, an. Nach einem Abstecher zur Christ-Erlöser Cathedrale gings es dann nach Hause ins Bettchen.
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Besichtigung der Basilius-Kathedrale






























