Mittwoch, 15. Juli 2015

Auf den Spuren der Macht



Schrill ertönt der Klang der Trillerpfeife irgendwo hinter uns. Hier dürfen wir offensichtlich nicht langgehen. Wir sind im Zentrum der Macht. Im Moskauer Kreml.

Hier beginnt der Einflussbereich Wladimir Putins und erstreckt sich bis in Gebiete, in denen der "Westen" die Finger Putins nicht im Spiel sehen möchte. Für 500 Rubel kann sich ein jeder Besucher Moskaus von dieser Machtzentrale ein eigenes Bild machen - und es ist ein schönes Bild, das sich da vor unseren Augen erstreckt. Kleine und große, goldene Zwiebeltürme ragen überall hervor. Bei all den wunderschönen Kirchenbauten weiß man mal wieder nicht, wo man zuerst hingucken soll. 7 Kirchen und Cathedralen stehen im inneren der zinnoberoten Kremlmauern. Die Nähe zwischen orthodoxer Kirche und Staat wird hier ganz öffentlich zelebriert. Abgesehen vom Kirchenplatz und einem fein säuberlich angelegten Garten darf man aber nicht besonders viele Ecken des Kremlinneren betreten. Fast regelmäßig erklingt das verwarnende Getriller der Trillerpfeifen, weil irgendjemand einen Schritt zu weit gesetzt hat oder sich sonst irgendwie unerlaubt verhält. Abgesperrt ist dennoch nichts. Dort, wo niemand laufen darf, steht ein RussiaToday Bus einsam und verlassen auf einem riesigen Platz. Dahinter befinden sich die Gebäude Putins - der Präsidentensitz. Wahrscheinlich wird er gerade von irgendeinem RussiaToday Journalisten interviewt und gibt, wie immer, den starken Mann, der Russland wieder zu einem großen Land machen wird.

Wir verlasen derweil den Kreml, der dem Anschein nach ganz frei war, von jeglichem politischen Geschehen -  so anders, als ich es vom Präsidentensitz der Russischen Föderation erwartet hätte. 
dort, wo man keine Menschenseele sieht außer Wachpersonal und RussiaToday dürfen sich Normalsterbliche nicht aufhalten

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