Montag, 15. Dezember 2014

Père Noel,déjeuner chez une amie et match de basket

Salut tout le monde!

Ich glaube das hier wird mein letzter Eintrag, bevor ich mich Freitag auf den Weg nach Hause mache. 
Die letzten Tage ohne Uni habe ich genutzt, um noch ein bisschen das französische savoir vivre auszukosten. Vor ein paar Tagen waren wir zum Beispiel abends mit ein paar Leuten bei einem Basketballspiel (was für mich völlig neu war, aber es hat sich gelohnt, wir haben brav Le Mans angefeuert). Samstag war ich dann bei meiner Esmeralda zum Mittagessen eingeladen,  und die Liebe hat sich ordentlich ins Zeug gelegt. Le déjeuner ist halt was ganz unglaublich Wichtiges für die Franzosen, es wird förmlich zelebriert. So gab es als Vorspeise einen Salat, als Hauptspeise Nudeln mit Forellen-Sahne-Sauce und als Nachspeise eine kleine warme Schokotarte mit weichem Kern und dazu Vanilleeis. Yummy!
Und auch wenn euch allen jetzt wahrscheinlich schon das Wasser im Mund zusammenfließt kommt das Highlight dieser Woche erst noch. Gestern war ich nämlich zusammen mit meinem chinesischen Gastbruder Yunfeng bei meiner Gastfamilie eingeladen - um Weihnachten zu feiern. Wir haben uns gedacht, weil Yunfeng und ich beide über die Feiertage nicht in Le Mans sind, feiern wir einfach vorher. Also trudelten wir gegen Mittag im kleinen Örtchen Ruaudin ein und starteten am  14. Dezember das Weihnachtsfest. Kulinarisch gesehen sah das ganze so aus: Apéritif (Cracker, TucTuc und mini Thunfischquiche) mit Champagner, dann Räucherlachs mit Brot, dann Ente mit Kartoffel und Salat, dann natürlich Käse mit Brot, dann Nachtisch (typisch Französisch "La Bûche de Noel", siehe Foto), und dann noch Kaffee und Tee und dazu Macarons und Schoki. PUH WAR ICH VOLL! Aber man muss dazu sagen, dass dies alles natürlich nicht innerhalb von einer Stunde verschlungen wird. Zwischendurch wechselt man vom Esstisch an die Sitzecke vor dem Kamin und wieder zurück, macht eine kleine Bescherung, unterhält sich prächtig und spielt Spiele, etc. Gegen 23 Uhr ging es dann aber auch ins Bett, weil Marie heute morgen zur Schule musste und ich bin mit ihr nach Le Mans gefahren und dann weiter auf die Farm. Jetzt stehen noch zwei Klausuren an und dann gehts ab nach Hus <3
Claude als Père Noel

Vorspeise (Bemerkung von Catherine für Yunfeng: der rote Stern steht nicht für Mao, sondern für Weihnachten)

La Bûche de Noel. Dieser Nachtisch wurde früher immer vor dem Essen gesegnet, damit man genug Feuerholz zum Heizen im Jahr hatte

Marie mit Père Noel


Yunfeng

unsere Krippe auf der Farm

Basketball

Esmeraldas Nachtisch

Esmeralda und ich :)



Freitag, 5. Dezember 2014

bald schon ist Weihnachten...

...kribbeln im Bauch, bald schon ist Weihnachten, freust du dich auch? 
Ich dachte ich melde mich hier mal wieder ganz offiziell. Heute war mein letzter regulärer Vorlesungstag, d.h. nächste Woche werden nur noch ausgefallene Kurse nachgeholt, danach Klausuren geschrieben, und dann ist das erste Frankreichsemester auch schon vorbei! Unglaublich, aber wahr!

In der letzten Zeit war ich sehr mit der Uni beschäftigt und jetzt heißt es "réviser" - lernen, lernen, lernen! Gleichzeitig habe ich aber auch relativ viel Zeit mit meiner französischen Gastfamilie verbracht. Mal verbringe ich ein, zwei Tage bei ihnen auf dem Land, manchmal unternehmen wir aber auch etwas, so waren wir zum Beispiel bei einem philosophischen Forum organisiert von "Le Monde" und haben uns dort, gemeinsam mit meinem chinesischen Gastbruder, den Film "La Promesse" angesehen! Vor kurzem waren wir auf einem Abendessen, zu dem die Organisation, die die Vermittlung der Familien initiiert, eingeladen hatte. Dort habe ich noch einmal gemerkt, wie dankbar ich für meine französische Gastfamilie sein kann! Von den ca. 40 Familien, die Studenten "aufgenommen" haben, sind nämlich nur ca. 2 normale Familien dabei! Die anderen nutzen die Organisation um sich zu profilieren und interessieren sich in Wirklichkeit gar nicht für die Studenten, die sie aufgenommen haben.

Letztes Wochenenden hatte ich tollerweise Besuch von Sabrina und Christian, mit denen ich eine wunderbare Zeit verbracht habe :) Wir waren auf dem Weihnachtsmarkt bummeln, haben die Stadt erkundet, haben Crêpes gegessen, haben Karten gespielt, gekocht, getanzt und waren Sonntag noch auf dem typisch französischen, all-sonntäglichen Markt.

Mittlerweile ist der Alltag wieder eingekehrt und damit sogar schon die Vorbereitung aufs zweite Semester, denn wir mussten schon einige Kurse für das nächste Jahr wählen. Ich hab jetzt mal Spanisch, Slacklining und Leichtathletik gewählt:) Außerdem habe ich erfahren, dass wir nächstes Semester fast ausschließlich BWL Kurse haben werden und da ne ganze Menge rechnen müssen. Man wird immer wieder überrascht in diesem Studium! :)

Ich freue mich sehr auf euch! Vom 19.-28. Dezember bin ich zu Hause :)
Genießt die Vorweihnachtszeit!

Montag, 3. November 2014

Vive les vacances!

Eine Woche Ferien!!!!!! ist jetzt leider auch schon wieder vorbei:(

Ich hatte eine wunderschöne Zeit, besonders weil Dieter zu Besuch gekommen ist. Wir haben zwei Tagesausflüge gemacht -  einen Tag waren wir in Rennes, einen in Paris -  und sonst die Umgebung hier erkundet. Wir waren spazieren, wandern, Kanu fahren und haben Crêpes mit Sprühsahne gegessen. Wir sind den Eifelturm hochgestiegen, haben uns die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und haben schlummernde Sprachkenntnisse geweckt (Dieter sein Französisch und ich beim Postkarten schreiben mein unglaublich fortgeschrittenes Spanisch). Wir haben Kartenspiele gespielt, getanzt, viel rumgesponnen und haben gelernt Zöpfe zu flechten.... Außerdem habe ich mich die ganze Woche unglaublich lecker bekochen lassen :):) Zwei Abende haben wir beide uns sogar bekochen lassen, zuerst von meiner franzsösichen Gastfamilie, bei der wir abends zum Essen eingeladen waren und bei der wir eine tolle Zeit verbracht haben, und danach von meiner lieben Julia, die uns nach einem langen Tag in Paris Coq au Vin gekocht hatte. Es gibt doch nichts wertvolleres als Menschen um sich herumzuhaben, die man liebt, und die dazu auch noch ausgezeichnet kochen können :):)


Ich freue mich unglaublich auf Weihnachten.
Hoffentlich geht es euch allen gut, un fuerte abrazo!

P.s.: Damit ich keinen Ärger bekommen soll dazu gesagt sein dass alle Bilder vom talentierten Fotografen meines Vertrauens gemacht wurden sind und unter strengem Copyright Schutz stehen! :)
Le Mans

Le Mans

Rennes (na, wer traut sich in so einem schiefen Haus zu wohnen?)

Kanu!

2te Etage des Tour Eiffel bestiegen :)

Romantik pur, ich weiß :)


Dienstag, 21. Oktober 2014

Lernkultur



[Ich entschuldige mich im Voraus für die Länge dieses Artikels, aber mit einer Tasse Kaffee lässt er sich vielleicht trotzdem ganz gut lesen]

Die französischen Studierenden haben zu nehmen. Sie haben zu nehmen – egal was man ihnen gibt. Und sie nehmen es, ohne einen Mucks der Widerrede von sich zu geben. Lernen à la francaise, das bedeutet apprendre = à prendre = zu nehmen [Für all jene Linguisten unter euch : nein, ich habe keine Ahnung woher das Wort apprendre kommt, aber dass das Wort „prendre“, also „nehmen“, darin steckt, ist mir jetzt ein willkommener Zufall.]

Die französische und die deutsche Kultur sind sich sehr ähnlich. Das habe ich bisher so gesehen. Was die Lernkultur angeht, finde ich allerdings immer mehr gravierende Unterschiede. Im französischen Notensystem gibt es keine Noten von 1-6, sondern es gibt Punkte von 1-20, wobei 20 natürlich das Optimum ist. Und eben deshalb, weil 20 Punkte Perfektion ausdrücken, werden diese hier aus Prinzip nicht verteilt. Man kann nicht perfekt sein, lautet die Devise, und das allein ist ja auch eine tolle Idee, die man heutzutage nur noch viel zu selten hört und verteidigt (und besonders eine Idee, die ich mir öfters mal zu Herzen nehmen muss).
Diese Idee hat hier aber eindeutig ihr Ziel verfehlt. Das, was die französische Universitätsmaschinerie produziert, sind eingeschüchterte Studierende, denen – zumindest was deren Wissen angeht – jede Art von Selbstvertrauen fehlt. Gründe dafür gibt es zahlreiche:

1. ein völlig unlogisches Notensystem
16/20 Punkten, das ist hier das Non-Plus-Ultra, das ist „excellent“, wie eine unserer Professorinnen uns letztlich erklärte. Im gleichen Atemzug legte sie uns Nahe, uns schon einmal auf weitaus schlechtere Ergebnisse einzustellen: Die Professoren seien angewiesen, die Noten zu drücken, da es zu viele Studenten in Frankreich gäbe, hieß es. Und die Franzosen seien schon über eine 10, d.h. bestanden, unglaublich glücklich.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das sind sie wirklich. Was in Deutschland als eine „4“ als wertlos gilt, ist in Frankreich der Hauptgewinn.

2. viel zu schwierige Kurse
Zu der Anweisung an die Dozenten, die Noten der Studierenden niedrig zu halten, gehört offensichtlich auch die Anweisung, übermäßig anspruchsvolle Kurse zu geben. In den meisten Kursen hier herrscht seitens der Franzosen blanke Überforderung. Die einzigen, die in den zahlreichen Seminaren zum Unterricht beitragen (können), sind wir. Erst dachte ich, vielleicht trauen sich die Franzosen durch unsere Beiträge nicht mehr, etwas zu sagen. Aber in Gesprächen fand ich heraus dass, würden wir nichts sagen, keiner im Seminar etwas sagen würden – außer natürlich dem Dozenten. Und damit kommen wir zum nächsten Punkt.

3. herablassende Dozenten
Der französische Dozent ist, auffallend häufig, eine Autoritätsperson, der keine Widerrede zu leisten ist, die Wissen diktiert und die keinen Austausch zwischen sich und den Studierenden erlaubt. Diese Hierarchie führt gelegentlich sogar dazu, dass Studierende beleidigt oder einfach respektlos behandelt werden. Diese schlucken das – natürlich.
Und weil sie dies alles schlucken, weil sie jeden Tag aufs Neue erfahren dass, egal wie viel sie tun, ihre Arbeit nie auch nur annähernd perfekt sein kann (auch 17, 18 oder 19/20 Punkten werden nie vergeben und existieren nur in der Theorie), weil ihre Fehler, wenn sie sich dann doch einmal trauen, etwas zu sagen, nicht hilfreich sondern herablassend korrigiert werden, haben sie auch keine Möglichkeit, sich zu verbessern. Nur wer Fehler macht kann lernen. Fehler sind hier aber unerwünscht - Perfektion ist dennoch unerreichbar.
Paradox ist das alles. Und undurchdacht und ineffektiv.

Samstag, 18. Oktober 2014

Besuch von Mama und Papa

Hallo ihr Lieben,
ich stehe grade kurz vor meinen Klausuren zur Semesterhälfte und lass deshalb auch nur ne kurze Nachricht da. Mama und Papa waren von Samstag bis Dienstag bei mir in Le Mans und wir hatten eine wunderbare Zeit.Wir waren unter anderem auf Entdeckungsreise durch Le Mans, haben uns den Circuit des 24 heures angeschaut (die Rennstrecke des berühmten 14 Stunden Rennens, oder zumindest einen Teil davon), haben lecker Französisch gegessen und getrunken und waren Sonntagmorgen auf dem schönen Markt, den ich ja auch mit Julia schon ein paar Mal besucht habe. Es war so schön ein bisschen Heimat hier zu haben:) Ach und ich hab Schnecken gegessen - war aber eigentlich ganz gut, die schmecken wie Pilze nur man muss ein kleines bisserl länger kauen:)
Ich drück euch, habt inen sehr guten Semesterstart, Schulstart nach den Herbstferien, eine wunderbare Sippentour (bei der ich gerne dabei gewesen wäre), oder einfach allgemein eine schöne Zeit:)
Bisous
Escargots (Schnecken)


Montag, 6. Oktober 2014

Entre ciel et terre... [Zwischen Himmel und Erde]


"[...] Quittant la baie et ses dangers,
Au pied des murs fortifiés,
La crainte nous avait quitté,
Nous étions en sécurité,
Nous voilà enfin sur le rocher,
Que les siècles ont immortalisé.

Il y a mille ans de cela,
L'archange commanda de sa voix,
Une chapelle que l'homme fera,
Car pour la grandeur des cieux,
Paix et sagesse vivent en ces lieux.

Le maçon ainsi commandé,
Façonna cette île déchirée
Par les vents et les marées
Pour devenir à tout jamais,
Un symbole et joyaux de beauté." (Mont St. Michel, entre ciel et terre)



[Mit dem Verlassen der Bucht und ihrer Gefahren hatte uns am Fuße der Festungsmauern auch die Angst verlassen, wir waren in Sicherheit, hier waren wir endlich auf dem Felsen, den die Jahrhunderte unsterblich gemacht haben.
Vor tausend Jahren befahl der Erzengel mit seiner Stimme eine Kapelle vom Menschen gebaut, und zu Ehren der Größe des Himmels leben nun Frieden und Weisheit an diesem Ort.
Der beauftragte Maurer gestaltete diese Insel zerrissen von Winden und Gezeiten, damit sie für alle Ewigkeit ein Symbol und Juwel der Schönheit werde.]


Wie aus einer anderen Welt erhebt sich eine Insel über das flache Land.Mont Saint Michel - eindeutig das schönste Fleckchen Erde auf der Welt. Es nimmt einen mit auf eine Reise durch enge, verwinkelte Gässchen, vorbei an versteckten, zugewachsenen Gärten. Ein Ort der Ruhe und Abgeschiedenheit, inmitten von Touristenrummel und Kommerz.Die Mönche und Nonnen, die in weiß-beigen Gewändern mit Kapuzen vor einem der vielen Altare knien, scheinen aus einer anderen Welt zu sein. Im Weihrauchdunst fällt das Sonnenlicht in prallen, funkelnden Strahlen durch die großen Fenster...

 






Kurze Zeit später sind wir erneut am Strand, erneut in einer Festung - dieses Mal ist alles weniger surreal verzaubert und hat doch seine eigene Magie. In Saint-Malo erkunden wir die Festungsstadt direkt am Meer, spazieren über die jahrhundertealten Festungsmauern und genießen nicht nur die salzige Meeresluft, sondern auch bretonische Spezialitäten: Crêpes mit salziger Caramelsauce und Gaufres mit Maronencrème. Dabei träumen wir davon, auf einer der vielen kleinen Inselchen liegen, weitab vom Touristenrummel und mit Blick auf die Festung Saint-Malo.




Donnerstag, 2. Oktober 2014

Anekdote am Nachmittag

"Herzlich Willkommen bei der Botschaft der russischen Föderation in Schermany" tönt es liebevoll sächselnd aus meinem Handy.....
Ich habe ein Praktikumszusage bei meinem Traumpraktikum: EU-Russland Dialog. Und des Tüpfelchen auf dem i, die "cerise sur le gâteau": ich werde 6 Wochen in St.Petersburg und 6 Wochen in Tallinn, Estland, sein!!!
Da ich für den Aufenthalt in Russland ein Visum benötige und dazu noch einige Fragen habe, habe ich bei der Auskunftnummer der Botschaft angerufen. Solltet ihr auch mal machen. Die gute Frau ist wirklich ein Highlight, ein Stück deutscher Geschichte dass eine Sächsin die Übersetzungsarbeit für die russiche Botschaft übernimmt:) Im ersten Moment dachte ich, ich würde mit Frau Merkel höchstpersönlich sprechen:) Naja, das war jetzt auch schon mit meiner Anekdote. Ende.